Montag, 16. Januar 2017

Ihr Partner für karierte Maiglöckchen


Alles bleibt - im Wesentlichen - wie es ist.

Das ist knapp zusammengefasst die einhellige Prognose all derer, die es wissen müssen: Die Prognosen der Analysten und Experten  für 2017 sind verhalten optimistisch. Der VDMA rechnet mit leichten Zuwächsen. Aber den Kick-off  zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung wird es nicht geben.

Prognosen dieser Art machen uns alle als Unternehmen natürlich nicht glücklich; kollidieren sie doch mit einem unserer primären Ziele: Umsatzsteigerung und Gewinnmaximierung.

Die spannende Frage ist deshalb folgerichtig: Wie kann ein Unternehmen  Umsatz und Gewinn steigern, bei gleichbleibender Marktlage und sinkenden Margen? Eine Variante wäre es, einfach weiterzumachen wie bisher und auf bessere Zeiten hoffen.

"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." - Albert Einstein 




Und wie immer trifft der gute, alte Einstein ins Schwarze. In so einer Marktsituation ist es sinnvoll sich zu bewegen, neue Ideen zu entwickeln, Prozesse und Procedere überprüfen und optimieren. Eben an den Schräubchen drehen. Denn in so einer verhaltenen Marktlage eröffnet die Eroberung neuer Marktsegmente die Möglichkeit, neue bzw. mehr Anteile an der Wertschöpfungskette zu gewinnen.

Das sind nicht die Erkenntnisse des Jahrhunderts, sondern profunde Grundlagen des Marktes. Und sie funktionieren.

Es muss auch nicht gleich ein komplett neues Produkt sein, das den Weg über Sie an Markt findet, manchmal sind es einfach ein paar spannende Spezialanfertigungen oder aber ein Nebenbedarf eines Kunden, den dieser gern bei Ihnen platzieren würde, weil die Bündelung des Einkaufs ihm das Leben leichter macht. So wie Menschen bei ihrem Haus- und Hofadvokaten gern auch mal eine Verkehrssache platzieren, weil es eben einfacher ist. 

Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail. Im vergangenen Jahr haben wir vermehrt für unsere Kunden neben den ganz normalen Standardflanschen auch andere Bedarfe gedeckt. Alle diese Aufträge hatten gemeinsam, dass es diesem überhaupt Kunden nicht bekannt war, dass wir auch andere Produkte als Serienflansche liefern und/oder auch fertigen lassen können. Lediglich Kommissar Zufall ist es zu verdanken, dass wir unsere Kunden auch in diesen "Sonderfällen" unterstützen konnten gut und günstig einzukaufen. Natürlich auch zu unserer großen Freude.

Und deshalb ist eines unserer Ziele für 2017:

Wir möchten Ihnen mehr zuhören!


Wir möchten wissen, an welcher Stelle Ihres  Beschaffungsprozesses wir Sie - zusätzlich zu unserer Kernkompetenz  -  unterstützen können. 

Und weil Bilder mehr sagen als 1.000 Worte, haben wir für Sie eine kleine Galerie unserer Produktgruppen zusammengestellt.Sie werden sehen, der Bogen ist sehr weit gespannt. 

Wenn Sie also nach einem kompetenten Partner für Ihr kariertes Maiglöckchen suchen, lassen Sie uns miteinander sprechen. Und wenn wir Ihnen nicht weiterhelfen können, kennen wir vielleicht jemanden, der es kann und sprechen dann gern eine Empfehlung aus. 



Rührwerkflansch 


Rohrbögen und Fittinge aus Material ST 37 und WPB




Flansche nach Zeichnung


 Tränenbleche aus Stahl und Edelstahl



Scheiben / Wärmetauscherplatten 


 Kugelhahnkupplung in Material 1.4571 geschlossen (Einsatz im KKW)



 Kugelhahnkupplung in Material 1.4571 geöffnet (Einsatz im KKW)


Flansche mit asymetrischem Mittelloch


Vorschweißstutzen



Kugelhahn mit Camlockverschluss


Ovalflansche nach Zeichnung


Schrauben nach Kundenanforderungen und/oder besonderen Abnahmeanforderungen


Dynamische Grüße aus Bremen - lassen Sie es sich gut gehen!



Ihre Claudia Münster






Mittwoch, 4. Januar 2017

Market News: December 2016

 

Münster's review

This time I open my current review relaxed and proud about my last look into the crystal ball.  At that time  I had prohnosted a  price increase of 25%. Actually it is 24% and with this good estimation I  can compensate for my fear estimations from  the last two times.


General price development  for flanges and raw materials

  • By mid-December, the price of raw material for carbon steel rose by a respectable 14%, which corresponds to an overall price increase of 34% (since mid-October)!
  •  Then the prices broke however, namely by about 10%. Excluding the prices in mid-October 2016, the current price increases by 24%.
  • After coking cole  had made an extreme price increase worldwide in the last months, the situation began to change in the middle of December. The prices were extremely volatile and have so far fallen by about 6%.
  • The current increase of 24% in the material for flanges is not only due to the prices of coking coal and other raw materials, but also by restrictive environmental measures by the Chinese government, which led to a temporary production stop for some plants.
  • At the LME the nickel price at the end of December was just over US $ 10,000. The markets are looking intently at how long the nickel can still hold over the 10,000 mark. Apart from reduced export figures from South East Asia, the reason for the price decline is also the reduced demand on the Chinese market.
  • Also in the prices of stainless steel falnges there was a slight reduction in the price by about 3%.

Situation in China

  •  A slightly reduced economic growth in China is expected for 2017. At the same time, the Chinese PMI (Purchase Manager Index) with a value of 50.9 was at its best since January 2013.
  • According to China Daily, China has reached the set targets with the so-called "supply-side structural reform". The target for economic growth set by the government was achieved in 2016 with an economic growth of 6.7%. This object has been achieved with various measures such as, e.g. The abandonment of non-lucrative areas, reduction of overcapacities,

Domestic markets

  •  The situation for the steel industry remains uncertain. The essentially unchanged situation in China's low-cost imports (except for flanges) and the planned reform of emissions trading prevent a relaxation.
  • The BME expects a significant increase in steel demand in German industry in 2017 due to a revival in the manufacturing sector and in industry. In fact, the last quarter of 2016 was the best for industry in three years!

Münster Forecast or my look into the crystal ball

Even if the seemingly incessant price rise in the carbon steel sector stopped from mid-December and there breaks in prices, it remains at an absolute increase of 24%.

The question that now move you as a purchases is:

    When is the right time to place my stock orders?


In my estimation, the prices will remain mainly stable till the Chinese New Year festival at the end of January. There will be  maybe slight fluctuations, but no extreme movements up or down.

But it reamains quite open how the situation will be after the New Year festival. Our Chinese partners expect that the prices will continue to pick up. However, there are no clear indicators for this. But regardless of the current situation there have always been significant price increases in the past few years after the holidays. These are due to the normal factors such as increased demand, etc.. There is no reason why it should be different in such a tense price situation. I therefore reckon with renewed price increases from mid-February of at least 5%.

So that's it for today and I'll send you the usual

dynamic greetings from Bremen - let it go well!



Yours Claudia Münster

Dienstag, 3. Januar 2017

Neues vom Markt: Dezember 2016

 

Münsters Rückblick 

Entspannt und stolz eröffne ich den aktuellen Rückblick auf die Märkte mit der Auswertung meines letzten Blicks in die Glaskugel. 25% Preissteigerung hatte ich prognostiziert. Geworden sind es 24 % und so kann ich meine Patzer der letzten Male etwas ausgleichen.
 

Allgemeine Preisentwicklung Flansche und Rohstoffe

  • Bis Mitte Dezember stiegen die Preise für das Vormaterial im C-Stahl weiter an und zwar um respektable 14%, was einer Preissteigerung von insgesamt 34% entspricht (seit Mitte Oktiber)!
  • Dann brachen die Preise jedoch ein und zwar um ca 10%. Ausgehend von den Preisen Mitte Oktober 2016 ergibt sich so die aktuelle Verteuerung um 24%.
  •  Nachdem Kokskohle weltweit in den letzten Monaten eine extreme Preissteigerung hingelegt hatte, begann sich die Situation Mitte Dezember zu verändern. Die Preise waren extrem schwankend und sind bislang um etwa 6% gesunken.   
  • Die aktuelle Steigerung beim Vormaterial für Flansche um 24% begründet sich neben den Preisen für Kokskohle und anderen Rohstoffe auch in restriktiven Umweltschutzmassnahmen der chinesischen Regierung, was für einige Werke einen zeitweiligen Produktionsstop zur Folge hatte. 
  • An der LME lag der Nickelpreis Ende Dezember bei knapp über US$ 10.000. Die Märkte schauen gespannt darauf, wie lange der Nickel sich noch über der 10.000-er Marke halten kann. Ursächlich für den Preisabfall sind neben reduzierten Exportzahlen aus Südostasien auch der reduzierte Bedarf des chinesischen Marktes. 
  • Auch bei den Preisen für Edelstahl gab es eine leichte Reduzierung des Preises um etwa 3%.

Situation in China 

  • Es wird für 2017 ein geringfügig reduziertes Wirtschaftwachstum in China  erwartet. Gleichwohl war der chinesische PMI (Purchase Manager Index) mit einem Wert von 50,9 auf den besten Stand seit Januar 2013. 
  • China hat mit der sogenannten "Supply-side Structural Reform" nach Angaben der China Daily die gesetzten Ziele erreicht. Das von der Regierung vorgegebene Ziel für das  Wirtschaftswachstum wurde 2016 mit einem Wirtschaftswachstum von 6,7% im unteren Bereich erreicht. Erreicht wurde dieses Ziel mit verschienenen Maßnahmen, wie z.B. dem Aufgeben von nicht-lukrativen Bereichen, Reduktion der Überkapazitäten,

Binnenmärkte 

  • Die Situation für die Stahlindustrie bleibt weiterhin unsicher. Die im wesentlichen unveränderte Situation bei den Billigimporten aus China (außer im Bereich Flansche) sowie die geplante Reform des Emmissionsrechtehandels verhindern eine Entspannung. 
  • Der BME erwartet für 2017 eine deutliche Steigerung des Stahlbedarfs in der deutschen Industrie wegen einer Belebung bei dem verarbeitenden Bereich bzw. der Industrie. Tatsächlich war das letzte Quartal des Jahres 2016 für die Industrie das beste seit drei Jahren!

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

Auch wenn der scheinbar unaufhörliche Preisanstieg im C-Stahl Bereich ab Mitte Dezember nicht länger anhielt und es zu Einbrüchen kam, bleibt es bei einer absoluten Erhöhung von 24%.

Die Frage, die Sie jetzt bewegt ist:
Wann ist der richtige Zeitpunkt  zum einkaufen? 
Nach meiner Einschätzung werden sich die Preise bis zum chinesischen Neujahrsfest in dem aktuellen Bereich bewegen. Es wird leichte Schwankungen geben, aber keine extremen Bewegungen nach oben oder unten.

Wie die Situation nach dem Neujahrsfest sein wird, ist mehr als ungewiss. Unsere chinesischen Partner gehen davon aus, dass die Preise dann weiter anziehen werden. Hierfür gibt es jedoch keine eindeutigen Indikatoren. Aber unabhängig von der aktuellen Situation gab es in den vergangenen Jahren nach den Feiertagen immer deutliche Preissteigerungen. Diese sind den ganz normalen Faktoren, wie gesteigerter Bedarf etc. geschuldet. Es gibt keinen Grund, warum es ausgerechnet in einer derart angespannten Preis-Situation  anders sein soll. Ich rechne deshalb mit erneuten Preissteigerungen ab Mitte  Februar von mindestens 5%.

So, dass war's für heute und ich sende Ihnen die üblichen

dynamischen Grüße aus Bremen - lassen Sie es sich gut gehen!


Claudia Münster

Montag, 19. Dezember 2016

Eine moderne Weihnachtsgeschichte










Langsam aber sicher geht allen die Puste aus.


In wenigen Tagen ist Weihnachten und doch ist noch keine Ruhe eingekehrt: die letzten Geschäfte wollen abgewickelt, dringende Aufträge noch platziert, Lagerware gezählt und Last-Minute-Geschenke gekauft werden.

Die Weihnachtsfeiern sind gefeiert und die Weihnachtsmärkte ausgiebig besucht worden. Punsch und Glühwein wurde genossen und es gab reichlich Plätzchen.

Ein erstes kollektives Aufatmen. Eine ganz besondere Stimmung breitet sich aus. Das Fest der Liebe ist in greifbare Nähe gerückt und ganz langsam verabschiedet sich jeder innerlich vom Arbeitsalltag. Immer öfter nehmen wir in dieser Zeit im Office den Telefonhörer in die Hand, um einfach DANKE zu sagen. Um miteinander zu sprechen, sich gegenseitig nur das Beste für die unmittelbar bevorstehende Weihnachtszeit und das Neue Jahr zu wünschen.

"Christmas is not a time nor a season, but a state of mind. To cherish peace and goodwill to be plenteous in mercy, is to have the real spirit of Christmas." - Calvin Coolidge

Eine tiefe Sehnsucht, das gemeinsame Jahr Revue passieren zu lassen. Alte Lasten loszulassen und gemeinsam positiv in die Zukunft zu schauen.

Die unausgesprochene Übereinkunft, dass es nicht nur um Business und Konjunktur, um fallende oder steigende Preise geht. Das gemeinsame Wissen. dass es immer und zu allererst  um die Menschen geht. Um Kommunikation, um das Miteinander, um gemeinsame Projekt, Pläne und Strategien. Es geht darum gemeinsam Lösungen zu finden und miteinander Stürme zu überstehen.

Es geht um das WIR und nicht um das ICH.

Das nahende Weihnachtsfest macht uns alle ein bisschen sanfter. Die gemeinsame Sehnsucht nach Frieden und Glück eint uns. Wir wollen positiv sein. Und geben. Weihnachten macht, dass wir bessere Menschen sein möchten. Weihnachten macht uns dankbar.

Und auch wir sind zutiefst dankbar. Wir durften mit Ihnen ein tolles und erfolgreiches Jahr erleben. Sie waren immer ein ganz fantastischer Partner. Und zwar nicht nur dann, wenn die Sonne schien, sondern auch und insbesondere dann, wenn die See mal ein bisschen stürmisch war. Wir sind dankbar, dass wir Teil Ihrer Strategie und Ihres Erfolges sein dürfen.

Wir sind dankbar dafür, dass wir die besten Kunden der Welt haben!

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein ganz wunderbares und entspanntes Weihnachtsfest und einen fantastischen Start in das Neue Jahr.

Mit einem kleinen Clip verabschieden wir uns von Ihnen für 2016, freuen uns auf spannende und erfolgreiche Projekte in 2017.




Dankbare Grüße aus Bremen - lassen Sie es sich gutgehen!



Claudia Münster







Freitag, 2. Dezember 2016

Neues vom Markt: November 2016

Münsters Rückblick

Meine Fehleinschätzungen werden irgendwie zur Gewohnheit. Im letzten Rückblick mutmaßte ich, dass der Peak fast erreicht sei. Ist er aber immer noch nicht. Die Preise für Flansche aus C-Stahl stiegen den ganzen November fröhlich weiter. Doch Ende November gab es an den Märkten eine überraschende Entwicklung. Nun aber mehr dazu.

Börsennotierte Stahlkontrakte und die Preisentwicklung 

  • Der Eisenerzpreis stieg den ganzen November an und brach am 29.11. plötzlich um 10% ein.  
  • Ebenso sah es beim chinesischen Betonstahlkontrakt aus. Den ganzen November stieg der Preis unaufhörlich, bis er Ende November um etwa 8% auf EURO 403/Tonne einbrach.
  • Lediglich im Bereich Warmstahlerzeugnisse in Europa und den USA stiegen die Preise und kommen langsam aus dem Tal heraus. 
  • Die Preise für Flansche aus C Stahl sind seit dem 18.10.2016 um satte 25% gestiegen. Bis zum Preiseinbruch Ende November waren die extrem gestiegenen Preise für Eisenerz und Kokskohle mitursächlich für. Eine weitere Ursache sind die im Winter alljährlich wiederkehrenden Energieprobleme in China. Daran scheint auch die Umstellung von Kohle- auf Gasöfen in der Industrie nichts geändert zu haben 

Chinas Produktion und Wachstum

  • Die drastisch gesunkenen Preise für Eisenerz und Kokskohle sowie der Fall des chinesischen Betonstahlkontrakts haben sich noch nicht auf die Preise des Vormaterials für C-Stahl Flansche ausgewirkt. Aktuell sind hier also noch weiter steigende Preise hinzunehmen. 
  • Die Verschmelzung ist vollzogen: Die chinesischen Stahlhersteller Baosteel Group und Wuhan Iron and Steel Group sind zu China Baowu Steel Group und damit zum weltweit zweitgrößten Stahlhersteller geworden. 
  • Chinas Wirtschaft nutzt das Momentum und wächst weiter, nachdem für zwei Jahre Krise angesagt war. Der PMI (Purchasing Manager Index) stieg im November  für den Industriebereich vom 51.2 im Vormonat auf einen Wert von 51.7.
  • Auch im 3. Quartal blieb das Wirtschaftwachstum stabil auf einem Wert von 6,7%. Damit scheint die Vorgabe der Regierung mit einem angestrebten Wirtschaftswachstum  von 6,5% in 2016 in realistische Nähe gerückt.

Binnen-Märkte 

  • Die deutsche Industrie  bleibt wegen gesteigerter Inlandsnachfrage und gestiegener Exportgeschäfte weiter auf leicht steigendem Niveau.  
  • Das Problem der Überkapazitäten im Bereich der weltweiten Stahlproduktion wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Salzgitter Vorstand Heinz Jörg Fuhrmann geht von einer Periode von 7 bis 10 Jahren aus, die notwendig sind, um das Problem nachhaltig zu lösen.

Ausblick oder: Mein Blick in die Glaskugel 

Es ist mein Job den Ausblick zu wagen und ich nehme die Herausforderung an. Mit meiner vermeintlichen Fehleinschätzung vom letzten Mal hab ich meinen Frieden geschlossen. Denn zum einen war unser Tipp im letzten Blogpost, dass JETZT der richtige Zeitpunkt zum Kaufen ist, richtig. Denn der Preis ist in dieser Zeit weiter und zwar um saftige 7% gestiegen.

Die Märkte spielen anscheinend komplett verrückt und die verschiedenen Faktoren  korrespondieren alle miteinander und dann wieder doch nicht. Fakt ist, dass unsere Arbeit im Moment etwas der eines Börsenmaklers ähnelt, der sich ständig die aktuellsten Entwicklungen über's Smartphone jagen lässt.

Tja..meine Einschätzung: Ich glaube, dass die Preise für Flansche in der kommenden Woche leicht nachgeben werden, wenn die chinesischen Vormateriallieferanten auf die Entwicklung im Bereich Kohle und Erz reagieren. Allerdings sollte es nur eine ganz leichte Sekung um 1-2% sein. Doch diese Erholung wird nur von kurzer Dauer sein, da jeder diese Chance nutzen und außerdem sein Lager für Q1 2017 auffüllen will. Dieser steigende Bedarf kombiniert mit den Faktoren: Energie-Engpässe, Weihnachtsfest und das chinesische Neujahrsfest, das 2017 auf Ende Januar fällt, wird die Preise weiter in die Höhe treiben. Die Steigerung wird bei etwa 25% liegen und sich dort für etwa 2 Monate bewegen, bis es langsam wieder nach unten geht.

Aber wie immer zum Schluss der Hinweis: Ich kann nicht wirklich hellsehen und wir alle wissen nicht, wo die Reise hingeht. Deshalb mein Tipp

"Was Sie heute gekauft haben, kann nicht morgen teurer sein."


 Dynamische Grüße aus Bremen. Lassen Sie es sich gut gehen



Claudia Münster

Dienstag, 15. November 2016

Preissteigerungen und kein Ende in Sicht

Alle verfluchen die Dumpingpreise für Stahlprodukte aus China.

Ja, aber SO wollten wir das auch nicht!

China steht seit Monaten im Brennpunkt der Kritik, weil die Volksrepublik den EU-Raum mit Stahl und Waren daraus zu Dumpingpreisen überschwemmt. Diese Situationen ist uns allen bekannt und für abendfüllende Diskussionen geeignet. Aber das ist nicht unser heutiges Thema.

Denn für den Bereich Import-Flansche aus China  hat sich sprichwörtlich über Nacht das Preisgefüge  komplett verändert. Seit dem 18.11.2016 haben sich die Preise um etwa 18% erhöht.

Das kommt Ihnen bekannt vor?

Ihre Erinnerung täuscht Sie nicht. Bereits Anfang März diesen Jahres gab es eine vergleichbare extreme Preissteigerung. Damals waren diese Preise am Markt - anders als jetzt - jedoch nicht durchzusetzen. Die Großhändler verschoben die Lageraufstockungen um wenige Wochen und von der exorbitanten Preissteigerung waren Ende April nur noch 5% übrig geblieben, die in der beginnenden Maiwärme einfach ebenfalls dahinschmolzen.

Bei den aktuell steigenden Preisen ist die Situation komplett anders. Dieses Mal steigen die Preis einfach weiter. Tag für Tag. Ein Ende ist nicht in Sicht. Eine Bindefrist bekommen wir von unseren Herstellern kaum noch. Denn wer weiß schon, wie die Preise morgen sein werden?

Als Hauptursache werden die unglaubliche Erhöhung der Preise für Kohle sowie Koks herangezogen. Weitere Erklärungsversuche greifen auf die aktuellen Maßnahmen der chinesischen Regierung zurück. Dazu gehören eingeführte stringentere Maßnahmen zum Schutz der Umwelt sowie Werksschließungen.

Wenn ich alle Daten aus den relevanten Medien, die Einschätzung von Analysten und Politikexperten sowie die Entwicklung der Preise für Rohmaterial zusammennehme, sollten wir uns darauf einstellen, dass die Preise weiter steigen.

Mehr zur Situation und den Aussichten  erfahren Sie im aktuellen Video.





Dynamische Grüße aus Bremen - lassen Sie es sich gut gehen



Claudia Münster

Mittwoch, 2. November 2016

Neues vom Markt: Oktober 2016

 

Münsters Rückblick

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die Versuche, den Markt vorherzusagen, nicht immer die beste Trefferquote haben. Trotz sorgfältiger Auswertung und Berücksichtigung relevanter Faktoren, macht der Markt gelegentlich doch, was er will und lässt sich nicht in die Karten schauen. 
So hatte ich beim letzten Rückblick auf den September prognostiziert, dass die Preise für Rohmaterial und damit auch für Flansche aus China im Oktober vermutlich stabil bleiben. Das war eine Fehleinschätzung, wie Sie im aktuellen Artikel lesen werden.

Börsennotierte Stahlkontrakte und die Preisentwicklung 

  • Der an den Börsen gehandelte Eisenerzpreis hat den höchsten Stand seit einem halben Jahr erreicht. 
  • Der LME Betonstahlkontrakt hingegen stagnierte.  
  • Der Nickelpreis an der LME war im Oktober stark schwankend, hat sich aber im Ergebnis kaum verändert. 
  • In China ist der Preis für Eisenerz Ende Oktober um sagenhafte 62% gestiegen.
  • Der chinesische Betonstahlkontrakt hat mit einem Preis von € 342,00 ein Zwei-Monats-Hoch erreicht. 
  • Die Preise für Flansche aus China sind seit dem 18.10.2016 um etwa 8% gestiegen.

Chinas Produktion und Wachstum  

Chinas Rohstahlproduktion hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,9% erhöht.

Die weltweite Ausnutzung der Rohstahlproduktion lag im September lediglich bei 70%, was  insbesondere auf Chinas Rohstahlproduktion zurück zuführen ist. 

In Deutschland hingegen ist die Rohstahlproduktion im betroffenenden Zeitraum um 4% gesunken. 

Der offizielle PMI (Chinese Purchasing Manager Index) ist im Oktober um 0,8% auf den Wert 51,2 auf den Jahreshöchstwert gestiegen.  

Binnen-Märkte 

Accelormittal kündigt für Flachstahl bei Lieferungen ab Dezember erhebliche Preissteigerungen an. Ähnliche Ankündigungen kamen ebenfalls von anderen Produzenten. 

Diese Erhöhungen sind wegen der vollen Auftragsbücher wohl auch realisierbar. Die Metalberatungsgesellschaft MEPS schätzt, dass diese kleine hochpreisige Phase jedoch zu Beginn des 2. Quartals wieder vorbei sein werde. 

Ausblick oder: Blick in die Glaskugel

Trotz der angekündigten Preiserhöhungen europäischer Stahlproduzenten und der aktuellen erhöhten Preise in China wird erwartet, dass die Erhöhungen nicht von langer Dauer sein werden. Denn eines der Hauptprobleme - die Überproduktion aus China - bleibt unverändert bestehen. So lange das so bleibt, wird sich ein angemessener und gesunder Preis nicht nachhaltig am Markt realisieren lassen.  
Von politischer Seite wird in diesem Zusammenhang ein wenig ungeschickt und auch halbherzig agiert. Gabriels jüngste Äußerungen in einem Gastartikel, in denen er China ziemlich deutlich angreift, unmittelbar im Vorfeld seiner aktuellen China-Reise sind sicher nicht hilfreich bei der Suche nach einer befriedigenden Lösung. Die Bilder aus China sprechen eine deutliche Sprache. Und in Chinas Medien wird der Besuch des Wirtschaftsministers gleich ganz ignoriert. 
Die jüngsten Preiserhöhungen, die wir bei unseren Herstellern hinnehmen mussten, sind nach deren Einschätzung nicht dauerhaft. Tatsächlich wird uns berichtet, dass es bislang nicht vorgekommen ist,  dass der Preis für Rohmaterial mehr als zehn Tage hintereinander gestiegen ist. Die Hersteller gehen davon aus, dass jetzt der Peak erreicht ist und die Preise in Kürze wieder etwas nachgeben werden. 
Und mit dieser Einschätzung schließe ich den Rückblick ab und hoffe, dass ich dieses Mal richtig liege. 
Dynamische Grüße - lassen Sie es sich gutgehen



Claudia Münster