Donnerstag, 19. Oktober 2017

Drohen Engpässe bei der Versorgung?

 

 

"Ach, die schon wieder!" 

denken Sie hoffentlich nicht.

 

Normalerweise gehen zweimal im Monat mit einem neuen Blopost online und nun gleich zweimal innerhalb von einer Woche. Vielleicht sind Sie sind sogar etwas besorgt, dass das mit den Posts überhand nehmen könnte.
Ich kann Sie beruhigen. Wir werden den alten Rhythmus beibehalten. Nur in Ausnahmefällen werden wir davon  abweichen. 

 

Jetzt haben wir eine solche Ausnahme-Situation. 

Nachdem wir im laufenden Jahr durchgehend mit erheblichen Preiserhöhungen beim Einkauf von  C-Stahl Flanschen  zu tun hatten, kamen in den letzten Wochen  Werks-Stilllegungen in der Provinz Shandong hinzu, die auf Grund von Umweltschutz-Auflagen der Zentralregierung in Peking angeordnet worden waren. Nach Erfüllung der Auflagen und anschließender Auditierung  durch staatliche Inspektoren durften einige Werke wieder mit der Produktion starten. Zwar hielten die Preissteigerungen an, doch es schien, als ob wieder eine Art von Produktions- und Lieferalltag einkehren würde. 

 

Doch die jüngsten Meldungen aus dem Reich der Mitte geben keinen Anlass zur Entwarnung. 

Im Gegenteil. 

Zu Beginn der Heizperiode hat China weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität angeordnet.  Üblicherweise steigt die Belastung durch Smog in der kalten Jahreszeit in extreme Konzentrationshöhen. Wir alle kennen die Presse-Fotos auf denen in den Smog-Schwaden  gerade mal die Konturen der Wolkenkratzer zu erkennen sind.  Das will Peking nun mit aller Macht verhindern, denn die Befürchtungen wachsen, dass die chinesische Bevölkerung nicht länger bereit ist, die gesundheitsgefährdende Luftqualität hinzunehmen.
Die Zentralregierung hat nun in Zusammenarbeit mit den Provinzregierungen angeordnet, dass in der Zeit vom 15.11. 2017 bis zum 15.03.2018 in den Provinzen Shanxi, Shandong und Xuzhou, die Produktion der Stahlwerke, die mit Kohle heizen,  eingestellt oder zumindest drastisch  reduziert wird. Gleichzeitig haben sich die Provinzregierungen ehrgeizige Ziele im Hinblick auf die Reduzierung des Feinstaubgehalts gesetzt. 

 

Auch wenn die Hersteller von Flanschen (noch) nicht von den Maßnahmen betroffen sind, müssen wir davon ausgehen, dass diese Maßnehmen sich indirekt auswirken. Es wird nach Inkrafttreten der Schließungen deutlich schwerer werden das benötigte Vormaterial zu kaufen und es wird längere Lieferzeiten geben beim Vormaterial. Wenn unsere Hersteller aktuell bestellen, erhalten sie 1bis 2 Tage später die Lieferung. Wir müssen davon ausgehen, dass die Lieferungen in den kommenden Monaten deutlich länger sein werden. 

 

Wir gehen außerdem davon aus, dass durch die Verknappung am Markt die Stahlhersteller deutlich höhere Preise verlangen werden.

Warum ?

Weil sie es können. 

 

Das ist die Situation, die den Beschaffungsalltag in den kommenden Monaten in China bestimmen wird. 

 Von europäischer Seite aus werden sich in Kürze die üblichen Lager-Bestellungen mit Lieferung im ersten Quartal 2018 häufen.  Aktuell variiert die Produktionszeit der Hersteller  - in Relation zur Bestellmenge - zwischen 30 und 60 Tagen. Hinzu kommt das Chinesische Neujahrsfest, das in 2018 auf Mitte Februar fällt. Das bedeutet, dass Lagerbestellungen, die im ersten Quartal 2018 ausgeliefert werden sollen, in dem kleinen Zeitfenster zwischen Stichtag heute und Mitte Dezember platziert werden müssen. 

 

Ich will offen mit Ihnen sein: Diese Einschätzung gilt nur für den aktuellen Status. Keiner weiß, was passieren wird, wenn die Werksschließungen tatsächlich in vollem Umfang in Kraft treten werden. Wir sollten jedoch davon ausgehen, dass es dann zu deutlich längeren Lieferzeiten und empfindlichen Preiserhöhungen kommen wird.
Hinzu kommt, dass wir alle nicht wissen, welche weitergehenden Maßnahmen der zur Zeit tagende Nationale Volkskongress in Peking beschließen wird.

 

All diese Umstände machen die Situation für Sie als lagerhaltender Händler nicht einfacher.  Wir sind in dieser Situation für Sie da. Wir haben ein über die Jahre gewachsenes, stabiles Hersteller-Netzwerk in China, auf das wir uns verlassen können.

 

Sprechen Sie uns an. Gemeinsam besprechen wir, wann Sie Ihre Bedarfe optimal platzieren und Ihre Interessen optimal realisieren - trotz der erschwerten Umstände. 

Verbindende Grüße aus Bremen - Lassen Sie es sich gut gehen


Claudia Münster

Freitag, 13. Oktober 2017

Kommunikation ist das, was ankommt



"Kommunikation ist das was ankommt"

Das ist eine Wahrheit, die manchmal schwer zu akzeptieren ist. Denn wir alle haben doch allzu oft das Gefühl, ganz klar und deutlich zu sein in unserer Kommunikation.

Vielleicht sind wir auch ganz klar, in dem, WAS wir sagen. Aber allzu oft eben nicht in dem, was wir NICHT sagen.

Genauso ist es, meinem Mann und Geschäftsführer-Kollegen Manfred Lange und mir gegangen.

Doch lassen Sie mich kurz ausholen. Im Jahr 2012 hat Herr Lange die LPC über eine geeignete Plattform zum Verkauf angeboten. Er wollte sich sehr frühzeitig und ohne Druck um eine geeignete Altersnachfolge kümmern. Seinerzeit haben wir viele interessante Gespräche geführt und es zeichneten sich im Lauf der Zeit einige Möglichkeiten ab, die uns wirklich gut geeignet erschienen. Die Gespräche wurden konkreter.

Aber das Leben verläuft nicht nach Plan.

Wie die meisten von Ihnen wissen, wäre Herr Lange zu Beginn des Jahres 2015 fast gestorben. Wir sind sehr dankbar, dass er überlebt hat und hoffen, dass wir ihn noch lange behalten.

Neben den menschlichen  und emotionalen Herausforderungen, die so eine Situation bedeutet, mussten wir auch dafür sorgen, dass der Geschäftsbetrieb der LPC für Sie reibungslos  weiterläuft und wir weiterhin ein verlässlicher Partner ist. Wir haben das geschafft und auch formal die notwendigen Maßnahmen getroffen, so bin ich beispielsweise mit in die Geschäftsführung eingetreten.


Es wird Sie nicht überraschen, dass das Thema Verkauf in dieser Zeit in den Hintergrund getreten ist.






Irgendwann im Lauf der Monate als die Normalität wieder zurückkehrte, erkannten wir, dass wir das Thema "Altersnachfolge" durch gelebte Praxis erledigt hatten. Nach zahlreichen, intensiven Gesprächen entschieden wir deshalb, dass wir die LPC  nicht mehr zum Verkauf anbieten, sondern mit Herzblut und Engagement weiter für Sie führen.

Ja und bei alledem haben wir es offenbar versäumt, Sie an diesem Prozess teilhaben zu lassen und Sie entsprechend zu informieren. Das tut uns leid.

Aber nicht umsonst sagen wir immer, dass wir die besten Kunden weit und breit haben. Ein sehr lieber Geschäftspartner hat uns  wissen lassen, dass er sich fragt, ob die LPC immer noch zum Verkauf steht und wie es weitergeht.

Vielen Dank nochmals für diesen Anstupser, der uns die Augen geöffnet hat und den wir zum Anlass genommen haben, Ihnen - besser spät als nie - mitzuteilen, dass die LPC nicht zum Verkauf steht, sondern wir alle uns sehr darauf freuen noch lange weiter mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

Zum Abschluss habe ich an Sie eine große Bitte. Wann immer Sie sich etwas fragen, was mit uns und der LPC zusammenhängt: Bitte sprechen Sie uns an.

Herzliche und dynamische Grüße aus Bremen - Lassen Sie es sich gutgehen




Claudia Münster






















Freitag, 6. Oktober 2017

Neues vom Markt: Der Sommer 2017

 

Münsters Rückblick 

Nach der Sommerpause, die wir mit einem sehr interessanten Interview mit Frank Harms, dem Vorsitzenden der Fachvereinigung Stahlflanschen beendet haben, ist nun auch der Rückblick auf die Märkte wieder zurück.Ich freue mich, dass Sie wieder dabei sind.

Wir blicken dieses Mal deshalb nicht nur auf einen Monat, sondern auf den gesamten Sommer 2017 zurück. Und der hatte es in sich. Im Juli sind die Preise wie erwartet stabil geblieben. Aber seit dem hat sich viel getan.


Allgemeine Preisentwicklung Flansche und Rohstoffe 

Die relative Stabilität der Preise im Juni und Juli war Anfang August vorbei. Die Preise sind kontinuierlich gestiegen und haben im September ein Allzeithoch erreicht. Das Vormaterial ist bis auf einen Preis von RMB 4.500 /Tonne angestiegen, was sich deutlich und empfindlich in den Preisen für Flansche niederschlug. Anfang Oktober hat der Preis für P250GH um etwa 7% nachgegeben. 

Auch im Edelstahlbereich hat es überraschende und extreme Steigerungen beim Vormaterial gegeben, wie schon lange nicht mehr. Unsere Hersteller boten nicht einmal mehr mit den  sonst üblichen Bindefristen, sondern nur noch tagesaktuell an.  

In diesen Tagen sind die Preise stabil, was den Ferien in China auf Grund des Nationalfeiertags geschuldet ist. Kenner der Branche erwarten, dass die Preise dann erneut ansteigen werden.

Situation in China 

Denn die bisherigen Preissteigerungen sind nicht einer gestiegenen globalen Nachfrage geschuldet, sondern im Wesentlichen  auf drei Gründe zurückzuführen.

Erstmals meint die chinesische Regierung es offenbar ernst damit, bessere Umweltbedingungen zu schaffen. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass das Gesundheitsbewusstsein der Chinesen wächst und die Menschen immer weniger bereit sind für Wirtschaftswachstum in einer gesundheitsgefährdenden Umwelt zu leben. Das hat Peking erkannt und dieses Jahr mit einem eisernen Besen bestehend aus knallharten, regulierenden Anordnungen und einer Heerschar von kontrollierenden Inspektoren bei den schwarzen Schafen der Branche aufgeräumt.

Der Sommer in China war geprägt von diesen rigerosen Maßnahmen. Zahlreiche Stahlwerke ebenso wie Herstellerwerke für Flansche und  Fittinge wurden geschlossen. In der Provinz Shandong  kam die Produktion von Flanschen nahezu zum Erliegen. Alle Werke, die nicht die strengen Umweltschutz-Anforderungen erfüllen konnten, wurden umgehend stillgelegt. Diese Maßnahme betraf nahezu alle Werke in der Provinz. 

Der Weg aus dieser Stilllegung führte nur über einen Weg: Erfüllung aller angeordneten Umweltschutz-Maßnahmen, Beantragung einer Auditierung durch die zuständigen Behörden mit anschließender Freigabe. Bis heute ist erst einigen wenigen Firmen die Rückkehr zur Fertigung gelungen. 

Das bedeutet, dass der gesamte Bereich der Importe, die üblicherweise aus dieser Region kommen, in den Sommermonaten ein Totalausfall war. Diese Region ist produktionstechnisch und preislich sehr stark bei der Herstellung von glatten und blinden Flanschen. Diese Flansche mussten nun um den Totalausfall zu kompensieren in der Provinz Shanxi beschafft werden, was zu höheren Preisen und längeren Lieferzeiten führte. 

Auf längere Lieferzeit mussten wir uns in diesen Monaten insgesamt einstellen. Bedingt durch die Werkschließungen im Bereich des Vormaterials haben die Werke für Flansche zum Teil erhebliche Probleme überhaupt Rohmaterial einzukaufen. Wenn sie noch vor wenigen Wochen heute bestellen und übermorgen Material geliefert bekommen konnten, ist es mittlerweile so, dass sie teilweise mehrere Wochen warten müssen. 

In solchen Marktphasen rückt der Preis in den Hintergrund und die Frage der Beschaffung in den Vordergrund. D.h. konkret, dass die Stahlwerke sich das Material sehr gut bezahlen lassen. Die Flanschen-Herstellerwerke sind gezwungen die höheren Einkaufspreise weiterzugeben.

Ein  weiterer Grund  für die Preiserhöhungen sind die gestiegenen Inlandbedarfe in China. Nach einer deutlich abgebremsten Binnen-Investitionsphase, ist die Situation im Bausektor wieder deutlich verbessert. Infrastruktelle Maßnahmen der Regierung wie z.B. der Bau von Straßen und Brücken sorgen für einen deutlich gestiegenen Inlandbedarf. 

Die Werke sind also bereits mit Aufträgen aus dem Inland gut ausgelastet.


Binnenmärkte 

Auch wenn die  wirtschaftliche Situation ist Deutschland ist weiterhin vorsichtig positiv ist und die Talsohle durchschritten zu sein scheint, ist eine Verbesserung für den Rohrverbindungsmarkt noch nicht in Sicht. Lediglich im Bereich der Haustechnik sind Zuwächse zu verzeichnen. 

In der Regel wird zwar erwartet, dass eine Verbesserung für den Industriebereich Rohrverbindungsteile um etwa ein halbes Jahr zeitversetzt nach einem insgesamt konjunkturellen Hoch eintritt; ob wir aktuell damit rechnen können, darf bezweifelt werden, da Großprojekte weiterhin fehlen und die Bedarfs insgesamt nicht gestiegen sind.

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

Seit etwa einem Jahr steigen die Einkaufspreise für Importware. Sämtliche Läger der Großhändler wurden mittlerweile zu den gestiegenen Preisen aufgefüllt. Bislang lassen sich sich jedoch die höheren Preise sehr schwer durchsetzen. Doch daran wird kein Weg vorbeigehen, denn ein Ende der Erhöhungen ist nicht in Sicht. 


Außerdem ist zu befürchten, dass es weiterhin  längere Lieferzeiten geben wird. Gerade zu den Peakzeiten, wenn typischerweise die Aufstockungen für die Läger platziert werden.

Dynamische Grüße aus Bremen - und lassen Sie es sich gut gehen!




Claudia Münster 


Montag, 4. September 2017

LPC spricht mit..: Manfred Lange im Gespräch mit Frank Harms

Frank Harms ist der Geschäftsführer der Fachvereinigung Stahlflanschen und der Wirtschaftsvereinigung Stahlrohre. Er blickt zurück auf 15 Jahre Verbandserfahrung und ist DER Ansprechtpartner für Flansche und Rohre aus Stahl.

Im Interview mit Manfred Lange stellt sich unseren Fragen und gibt interessante Einschätzungen und Ausblicke auf die Entwicklungen der Zukunft.





Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herr Harms für dieses Interview. 

Dynamische Grüße aus Bremen - Lassen Sie es sich gutgehen



Claudia Münster


Montag, 3. Juli 2017

Neues vom Markt: Juni 2017

 

 

 

Münsters Rückblick 

 

Unsere Erwartung für die Entwicklung des Marktes hat sich im Wesentlichen bestätigt, denn  die Preise für Flansche mit Import aus China sind nicht gefallen. Im Gegenteil: Es gab weitere Preissteigerungen für das Vormaterial im C-Stahl Bereich.  

Insgesamt ist der Markt etwas ruhiger geworden, was zum einen an der beginnenden Ferienzeit liegt. Zum anderen wurden traditionell die Bestellungen für Lageraufstockungen bereits im Mai platziert. 

Allgemeine Preisentwicklung Flansche und Rohstoffe 

 

Die Preissteigerungen für das Rohmaterial P250GH haben weiterhin angehalten. Von Anfang Juni bis zu Ende des Monats gab es insgesamt eine Erhöhung um etwa 6 %. Diese Verteuerung schlägt sich zwar nicht 1:1, sondern lediglich teilweise, auf den Flansch als Endprodukt nieder. Faktisch ergibt sich jedoch eine weitere Preiserhöhung um etwa 4%. 

Mit dem aktuellen Preis für das Rohmaterial ist der sehr hohe Stand von März  2017 erreicht. Vom dem 12 Monats-Hoch im Februar 2017, direkt nach dem chinesischen Neujahrsfest, ist der Preis für das Rohmaterial aktuell nur noch lediglich 6,5% entfernt. 

China ist mittlerweile weltweit zum drittgrößten Hersteller für Edelstahl geworden. 


Situation in China 

Der PMI (Caixin China General Manufacturing Purchasing Managers Index)  ist leicht auf 50,3 gestiegen. Dieser Index gilt als ein verläßlicher Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung Chinas. Trotz des leicht gestiegenen Werts wird jedoch keine entscheidende Besserung der Situation erwartet. 

Insbesondere die Stahlbranche in China leidet: Anti-Dumpingzölle, Umweltschutzauflagen der Regierung, Werksschließungen, gestiegene Vormaterialpreise, extremer Konkurrenzkampf. All diese Umstände erschweren es den chinesischen Herstellern wirtschaftlich zu arbeiten.

Die Hersteller gehen mit der Situation auf typisch chinesische Art und Weise um: Da sind zum einen die Hersteller, die, um Aufträge zu bekommen, extrem günstige, marktwirtschaftlich kaum vertretbare Kampfpreise machen, da sind die anderen, die genug Lageraufträge haben und deshalb zu astronomisch hohen Preisen anbieten, um bloß keine Aufträge mehr zu bekommen. Und da sind die schwarzen Schafe der Branche, die Qualitätsminderungen (nett gesagt) in Kauf nehmen, um so die Margen zu erhöhen. 

Zum Glück gibt es noch eine weitere Gruppe und zwar unsere Partner. Diese Hersteller machen verläßliche, marktangemessene Preise und nehmen unter keinen Umständen Abstriche bei der Qualität hin. 

Binnenmärkte 

 

Die allgemeine konjunkturelle Entwicklung in Deutschland ist durchaus verhalten positiv. Insbesondere die langsam steigende Investitionsbereitschaft ist äußerst positiv zu bewerten. 

Für den Bereich der Flansche und der Rohrverbindungsteile ist die Situation zwar besser als im vergangenen Jahr, dennoch ist durchaus noch Luft nach oben. Erfahrungsgemäß zeigt sich eine allgemeine verbesserte marktwirtschaftliche Situation in diesem Marksegment um mehrere Monate zeitversetzt. 

Erschwerend sind jedoch die politischen Umstände für die gesamte Stahlbranche mit Anti-Dumpingmaßnahmen, Überkapazitäten und den allseits bekannten Problemen. 

Entgegen anderslautenden Ankündigungen erwarten Branchenkenner sich keine entscheidenden Verbesserungen der Situation durch den Ende der Woche anstehenden G20 Gipfel in Hamburg. Zu groß sind die gegenseitigen wirtschaftlichen Abhängigkeiten, als dass Impulsgebende und die wirtschaftliche Situation nachhaltig verbessernde Entscheidungen getroffen werden können.

Die Wirtschaftvereinigung Stahl hat zum Gipfel ein Positionspapier eingereicht und setzt sich so einmal mehr für fairen und offenen Handel ein.  

Ausblick oder mein Blick in die Glaskugel 

 

Die Märkte machen die Steigerungen erfahrungsgemäß nervös. Auf Seiten der Einkaufs ist die größte Sorge, dass Einkäufe zu den höheren Preisen sich bei den Endkunden nicht durchsetzen lassen. Damit das möglich ist, ist es notwendig, dass die Preissteigerungen nachhaltig sind. 

Davon gehen wir aus! Die Preissteigerung dauern nunmehr seit neun Monaten an. Zwar gab es temporär Ausschläge nach unten, doch diese betrugen nur wenige Prozentpunkte und die Preise fielen nie auf das Niveau der "Vor-Oktober-2016"-Zeit.

Wir halten es für sehr unwahrscheinlich, dass die Preise für das Vormaterial P250GH und damit auch für die Flansche, auf das Level vor dem Beginn der Steigerungen fallen werden. Der Gründe für unsere Einschätzung sind so simpel, wie überzeugend. Für die Preissteigerungen sind nicht gestiegene Preise für Rohelemente oder eine gestiegene Nachfrage ursächlich, sondern zwei ganz andere Faktoren. Zum einen ökonomische Faktoren, wie gestiegenen Produktionskosten, insbesondere Lohnkosten. Doch der ausschlaggebende Grund ist politischer Natur. Die chinesische Regierung muss Überkapazitäten im Stahlbereich reduzieren, was Werksschließungen - und zwar sowohl vorübergehende als auch dauerhaft -  zur Folge hat.


Zum anderen stellt es die Hersteller vor eine echte Herausforderung, dass es hinsichtlich der Umweltschutzauflagen der Pekinger Regierung eine entscheidende Veränderung gibt. In der Vergangenheit erließ die Zentralregierung umweltpolitische Auflagen, die von den jeweiligen Provinzregierungen großzügig ausgelegt und zum großen Teil umgangen worden sind.

Diese Zeiten sind wohl vorbei.

So, zum Abschluß noch der Blick in die Glaskugel: Ich gehe davon aus, dass die Vormaterialpreise im Juli stabil auf dem aktuellen Level bleiben werden. Aber wie wir schon aus den vergangenen Monaten wissen: Diese Einschätzung bleibt trotz alledem genau  das - nämlich ein Blick in die Glaskugel.

Deshalb zum Abschluß mein üblicher Rat:
"Was Sie heute kaufen, kann nicht morgen schon teurer sein." 

Dynamische Grüße aus Bremen - und lassen Sie es sich gut gehen!




Claudia Münster 





Mittwoch, 14. Juni 2017

Effektive Tipps für optimalen Flansch-Einkauf


Preisschwankungen, längere Lieferzeiten und keine Stabilisierung in Sicht. So lassen sich die vergangenen Monate zusammenfassen.

Als vor einigen Monaten die Preise für C-Stahl Flansche aus dem Vormaterial C22.8 /P250GH zu steigen begannen, hat kaum ein Branchenkenner damit gerechnet, dass dieser Preisanstieg nachhaltig sein würde. Es wurde eher damit gerechnet, dass die Preise nach einem kurzen Peak wieder auf das normale Maß zurückfallen und sich einpendeln würden - so wie schon im März und April 2016.

Doch diese Erwartung hat sich nicht erfüllt.

Mittlerweile ist der Preise seit Oktober 2016 instabil. Hochpreisige Phasen wechseln sich unregelmäßig mit sinkenden Einkaufspreisen ab, wobei die Preise - absolut  betrachtet - immer noch deutlich höher sind als vor Oktober 2016

Nach unserer Einschätzung werden die Preise für Flansche aus China auf Sicht auch nicht wieder auf das alte Niveau zurückfallen. Stahlwerksschließungen, höhere Umweltschutzauflagen für Produktionsstätten und wieder ansteigende Inlandsbedarfe sorgen dafür, dass die Preise sich auch in Zukunft auch  auf einem höheren Level bewegen werden. Erschwerend hinzu kommt auch der Druck aus Europa an China, Überkapazitäten abzubauen.

Das wäre für die Branche insgesamt sicher zu begrüßen,  denn wir wissen alle, dass die Preise für Flansche in den vergangenen Jahren viel zu niedrig waren. Was aber den Einkauf problematisch macht, sind die Preisschwankungen und die verlängerten Lieferzeiten.

Im heutigen Video geben wir Ihnen unsere Tipps wie Sie Ihren Einkauf in Anbetracht dieser instabilen Marktsituation optimieren können.

Viel Spaß dabei.




Dynamische Grüße aus Bremen  - Lassen Sie es sich gut gehen



Claudia Münster















Donnerstag, 1. Juni 2017

Market News: May 2017

 

 

 

Münster's review

 


The May was marked by significantly increased demand, extended delivery times and again rising prices with the material C22.8 / P250GH.


As expected, the increase in demand is primarily due to seasonally customary warehouse orders and less to a real increase in demand. It was this purchasing behavior, however, which again led to a rise in prices during the month, after falling in April.


General price development for flanges and raw materials



The price increases for the material P250GH, already in use at the end of April, have continued. Although the increase is currently not as fast as a few months ago directly after the Chinese New Year festival, but rather continuously. Nevertheless, the price has risen by 10% during the month and is currently at the level of early March 2017.


In the stainless steel sector, the prices in May fell slightly due to slightly lower alloy surcharges.



Situation in China



The rating agency Fitch expects the steel production volumes as well as the demand in China 2017 to remain stable, which in turn will put prices under pressure again.


Currently, there are some large-scale projects in the Chinese domestic markets, which have a noticeable effect on the capacities of manufacturers.


At the same time, the situation in China is tense, as the government's regulations regarding factory closures are difficult to meet this year. The works planned by the government to close down all still produce, as the increased prices have reduced their interest in a closure considerably since profitability has now risen again.


The situation is completely different from last year. The factory closures in 2016 were unproblematic, since essentially works were closed which no longer produced anyway. Thus, the western world could be signaled that China is concerned about the reduction of overproduction, but without actually changing the production situation.



Domestic markets


Steel demand in the Internal Market remains stable in 2017; Extreme increases are not to be expected.


Current issues in the European economic area remain the ongoing reform of emissions trading. In the meantime, a few German Prime Ministers have protested and wrote a fire letter to the Chancellor to support German affairs in the EU.


In addition, the question of permissible economic measures against China remains dubious due to dumping prices.




  Forecast or my view into the cyrstall ball



It is to be assumed that the high price level continues. The reasons for this are in addition to hard facts such as raw materials, etc., which are negligible, in particular these circumstances:


    The Chinese manufacturers have a large capacity during the summer months due to the seasonal storage orders.
    As in the past, a temporary limitation of the electricity supply is to be expected for the summer. The increase in energy demand - due to air-conditioning systems and cooling systems - is overstating the Chinese energy suppliers. In the past few years the electricity has been switched off for the energy-intensive factories. I'm assuming that it will be this year as well.
    The National Government has sent a whole army of inspectors to reduce the air pollution into the provinces responsible for monitoring the polluting factories. In a kind of "zerotolerance" tactics, factories that do not fulfill the requirements for a clean production are shut down.

So it remains exciting and as in the past months it remains:


    What you ordered today can not become more expensive tomorrow.


Dynamic greetings from Bremen - let it go well!




Claudia Münster